Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist eine der fünf Säulen des Sozialversicherungssystems in Deutschland. Als grundsätzlich verpflichtende Versicherung deckt sie rund 90% der deutschen Bevölkerung ab. Sie ist gesetzlich verankert im Fünften Sozialgesetzbuch.

Den Grundstein der GKV legte Otto von Bismarck mit der Einführung des „Gesetz betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter“ vom 15. Juni 1883, welches am 01. Dezember 1884 in Kraft trat. Ziel des Gesetzes war die Sicherung der Personen aus unteren Einkommensschichten bei Krankheit. Ähnlich wie heute wurde bereits damals die Finanzierung paritätisch vom Arbeitgeber sowie vom Arbeitnehmer getragen.

 

 

Leistungen der GKV

 

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sind im dritten Abschnitt des SGB V geregelt. Sie werden unter Berücksichtigung des Wirtschaftlichkeitsgebots gemäß § 12 SGB V zur Verfügung gestellt und setzen voraus, dass Qualität sowie Wirksamkeit der Leistungen dem aktuellen Stand der medizinischen Erkenntnisse entsprechen. Sie lassen sich wie folgt unterteilen:

  • Leistungen zur Verhütung von Krankheiten, betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren, Förderung der Selbsthilfe sowie Leistungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft
  • Leistungen zur Erfassung von gesundheitlichen Risiken und Früherkennung von Krankheiten
  • Leistungen bei Krankheit
  • Selbstbehalt, Beitragsrückzahlung
  • Zahnersatz
  • Fahrtkosten
  • Weiterentwicklung der Versorgung

 

 

Solidarische Finanzierung

 

Die Finanzierung der GKV basiert auf einer solidarischen Finanzierung mittels Beiträge, die paritätisch vom Arbeitgeber (AG) sowie vom Arbeitnehmer (AN) entrichtet werden. Diese richten sich nach den beitragspflichtigen Einnahmen der Mitglieder einer Krankenkasse.

Seit dem 01. Januar 2015 beträgt der einkommensabhängige Beitragssatz 14,6 Prozent (ermäßigt 14,0), der zu gleichen Teilen vom Arbeitgeber (7,3%) und vom Arbeitnehmer (7,3%) getragen wird. Jedoch dürfen gesetzliche Krankenkassen einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag (X) als Prozentsatz erheben, den ausschließlich das Mitglied entrichten muss.

Allgemeiner Beitragssatz: AG (7,3%) und AN (7,3% + X)

Ermäßigter Beitragssatz: AG (7,0%) und AN (7,0% + X)

 

 

Mitglieder der GKV

Krankenkassen

 

Die Aufgaben der GKV werden durch die Krankenkassen gemäß SGB V wahrgenommen und erfüllt. Als Körperschaft öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung fungiert jede Krankenkasse eigenverantwortlich.

Man unterscheidet folgende Kassenarten:

  • Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK)
  • Betriebskrankenkassen (BKK)
  • Ersatzkassen (EK)
  • Innungskrankenkassen (IKK)
  • Knappschaft
  • Landwirtschaftliche Krankenkassen (LKK)

Waren die meisten Krankenkassen bis Ende 1995 für die jeweilige Beschäftigung (bspw. Landwirt, Bergbauer) oder die örtliche Niederlassung des Versicherten (bspw. Wohnort, Lage des Betriebs) in sich geschlossen, hat diese Einteilung aus heutiger Sicht kaum noch Bedeutung, da seit 1996 das freie Kassenwahlrecht gilt.

 

 

versicherungspflichtige Mitglieder

 

In § 5 SGB V wird klar geregelt, wer versicherungspflichtig ist. Dazu zählen unter anderem Arbeiter und Angestellte, Personen mit Anspruch auf Arbeitslosengeld I und II, Landwirte, Künstler und Studenten.

Versicherungsfrei gemäß § 6 SGB V sind hingegen unter anderem Arbeiter und Angestellte, deren Jahreseinkommen die Jahresarbeitsentgeltgrenze (54.900 € jährlich – Stand: Oktober 2015) übersteigt, Beamte, Richter und Soldaten.

Des weiteren können sich Personen gemäß § 9 SGB V freiwillig in der GKV versichern. Familienangehörige (Ehegatte, Lebenspartner, Kinder) sind wiederum mitversichert, sofern sie die nach § 10 Abs. 1 Nr. 1-5 vorgegebenen Voraussetzungen erfüllen.

 

Hier geht es zur Einsicht in das SGB V – Gesetzliche Krankenversicherung

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