Januar 2019

Der deutsche stationäre Krankenhausmarkt ist seit dem Jahr 2006 zur Abgabe eines Qualitätsberichtes nach § 137 SGB V verpflichtet. Seit dem Jahr 2012 erfolgt diese jährlich. Zuvor gab es einen 2-jährigen Abgabeturnus. Somit stehen für die Jahre 2007, 2009 und 2011 keine Qualitätsberichtsdaten zur Verfügung.

Veröffentlichung

Darstellung des Trends eines ICD-10 Codes in der Marktanalyse auf Basis des Qualitätsbericht Krankenhaus von 2006 - 2016
Darstellung des Trends eines ICD-10 Codes in der Marktanalyse auf Basis des Qualitätsbericht Krankenhaus von 2006 – 2016

Die Veröffentlichung erfolgt regelhaft mit einem Zeitversatz von ca. 1 Jahr und 3 Monaten. So werden die Daten des Systemjahres 2017 Ende Februar / Anfang März des Jahres 2019 veröffentlicht.

Ziel

Initiales Ziel des Qualitätsbericht Krankenhaus ist die transparente Dokumentation innerklinischer Leistungen. Kliniken können sich so nach außen präsentieren, um Ihre Zielgruppen anzusprechen.

Somit steht beispielsweise potentiellen Patienten ein Werkzeug zur Verfügung, die Routine eines Krankenhauses zu bestimmten Leistungen oder auch zur Anzahl bestimmter behandelter Krankheitsbilder bewerten zu können. Aber auch einweisende Ärzte oder Krankenkassen evaluieren über diese Datenmengen ein geeignetes Krankenhaus zur Betreuung Ihrer Patienten / Kunden.

Dies geschieht in aller Regel über die Bewertung der Infrastruktur und über den Vergleich der Häufigkeit der Nennung eines entsprechenden Diagnose- oder Prozedurenschlüssel.

Inhalt

Der Qualitätsbericht Krankenhaus beinhaltet Informationen zur Versorgungsstruktur einer klinischen Einrichtung. Hierzu zählt beispielsweise die personelle Ausstattung (Ärzte und Pflegekräfte bis auf Stationsebene), die Anzahl der Betten in der gesamten Einrichtung sowie die apparative Ausstattung.

Weiterhin bietet der Qualitätsbericht auch Informationen zur Qualifikation der Mitarbeiter, Erreichbarkeit, Parkplatz- oder Essensangebote.

Das wohl wichtigste Werkzeug bietet wohl die Angabe der Art und Anzahl der durchgeführten Leistungen (OPS) sowie die behandelte Patientengruppe (ICD-10), die in Haupt- und Belegabteilungungen sowie Teilstationär erbracht wurden. Auch die sogenannten AOPs (Ambulantes Operieren im Krankenhaus) werden separat dargestellt.

Einschränkungen in ICD-10

Der Qualitätsbericht beinhaltet alle Indikationen die in einem Krankenhaus behandelt wurden. Die Verschlüsselung erfolgt über ICD-10 Codes. Wichtig zu wissen ist, dass es hier Einschränkungen gibt. Beispielsweise werden nur jene Indikationen veröffentlicht, die für den stationären Aufenthalt verantwortlich waren. Man spricht hier auch von der Hauptdiagnose. Begleiterkrankungen, die während des Aufenthaltes erworben wurden oder bei Aufnahme bereits vorhanden waren, werden hier nicht dargestellt. Weiterhin werden die Indikationen über den ICD-10 Schlüssel nur bis zum 4-Steller angezeigt. Sprich, alle Codes die sich über die 5-Stelle differenzieren, können hier nicht zur Analyse herangezogen werden. Hierfür eignet sich der Datensatz aus der G-DRG Analyse, der Aufschluss über die Anzahl gibt, den Bezug zur Klinik aber nicht darstellen kann.

Beispiel:                                           

ICD-10 Code Bezeichnung Analyse
I25.2 Alter Myokardinfarkt      ja
I25.20 29 Tage bis unter 4 Monate zurückliegend nein
I25.21   4 Monate bis unter 1 Jahr zurückliegend nein
I25.22   1 Jahr und länger zurückliegend                nein
I25.29   Nicht näher bezeichnet nein

Eine weitere Reduktion besteht dann, wenn in den jeweiligen Fachabteilungen das Vorkommen eine Anzahl von 5 unterschreitet. In diesem Fall ist nicht eindeutig erkennbar, ob es 1, 2, 3, 4 oder 5 Fälle sind. Das Ergebnis der Analyse kann somit insbesondere bei seltenen Erkrankungen stark beeinträchtigt sein.

Einschränkungen in OPS     

Die erbrachten Maßnahmen, sprich die Behandlung des Patienten wird ebenfalls dargestellt. So lässt sich beispielweise analysieren, welche Therapieoption ein Krankenhaus häufig, selten oder gar nicht einsetzt. Eine Einschränkung in Bezug auf die Codelänge gibt es hier nicht. Lediglich wird die terminale Darstellung in einigen Kliniken nicht korrekt angegeben. Bei der Unterschreitung von fünf Operationen- oder Prozeduren verhält sich die Angabe gleich wie bei den ICD-10 Codes.

Weitere Einsatzgebiete

Daten jeder Art laden grundsätzlich zur Interpretation ein. So gibt es auch für die Extrakte der Qualitätsberichte unterschiedliche Zielgruppen.

So skalieren und bewerten Kliniken untereinander Ihre Marktposition mit Hilfe dieser Daten.

  • Wer behandelt welche Patienten in welcher Häufigkeit?
  • In welchen Fachabteilung liegen Spezialisierungen vor?
  • Wie ist die personelle oder apparative Ausstattung der Nachbarklinik?
  • Wer setzt welche Therapieformen ein?
  • U.v.m.

Selbstverständlich ist auch die Medizintechnik und Pharmaindustrie daran interessiert anhand dieser Daten Potentiale zu ermitteln, die beispielsweise der Vertriebssteuerung oder der Schaffung eines validen Forcast´s dienen. Unter richtiger Verwendung lassen sie auch Wettbewerbsanalysen und Marktanteilsberechnungen zu, die sich deutschlandweit, gebietsbezogen oder auf Krankenhausebene abbilden lassen. Wichtig ist auch die Trendbetrachtung. Nehmen Therapie oder Operationsverfahren zu- oder ab.

Daten ein Gesicht zu schenken, das ist unsere Leidenschaft. Deshalb haben wir die Daten des Qualitätsbericht Krankenhaus unter dem Tool „Marktanalyse“ auf unserer Plattform reimbursement.INFO aufgespielt.

Verfügbar sind diese ab dem Jahr 2006. Um Ihnen auch klinikbezogene Trends anzeigen zu können, wurden die Datensätze aufwendig nachbearbeitet, ohne diese in Ihrer Grundstruktur zu verändern.

Sie möchten wissen wir eine solche Analyse funktioniert? Wir zeigen Ihnen gern wie Sie binnen Sekunden die für Sie wichtigsten Inhalte finden.

Ihr Team vom Reimbursement Institute

Nachtrag, Juli 2019: Ab dem Datenjahr 2018 (Veröffentlichung auf reimbursement.INFO erfolgt im Feb./März 2020), werden die ICD-10 Codes bis auf den Endsteller, also auch auf 5-stelliger Ebene analysierbar sein!

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